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Wenn die Firma die Pensionskasse wechselt

Wenn ein Arbeitgeber die Pensionskasse wechseln will, muss er die Angestellten über den geplanten Wechsel informieren und von ihnen das Einverständnis einholen. Wichtig zu wissen ist, dass Angestellte und Versicherte bei einem solchen Wechsel ein Wort mitzureden haben.

Ich (50, m., verh.) arbeite im mittleren Kader eines KMU. Das Unternehmen hat keine eigene Pensionskasse. Nun hat der Arbeitgeber angekündigt, den Versicherer zu wechseln. Kann er das einfach von sich aus anordnen? Was muss ich dabei beachten?

Gemäss Artikel 11, Absatz 3bis des Gesetzes über die berufliche Vorsorge (BVG), muss jeder Arbeitgeber, der die Pensionskasse wechseln will, das Einverständnis der Angestellten oder der Arbeitnehmervertretung, so eine solche existiert, einholen. Als Angestellter müssen sie also nicht einfach nicken und auf den Versicherungsausweis der neuen Vorsorgeeinrichtung warten. Sie haben das Recht, mitzuentscheiden.
Verschiedene Kriterien werden für die Beurteilung der Attraktivität einer Pensionskasse herangezogen und sollten im Vergleich von mehreren Angeboten berücksichtigt werden. Die Sicherheit einer Pensionskasse wird unter anderem anhand des Deckungsgrades beurteilt. Er zeigt das Verhältnis zwischen dem Anlagevermögen und den Vorsorgeverpflichtungen auf. Bei einem Deckungsgrad grösser als 100 Prozent sind die Rentenversprechen vollständig mit Vorsorgekapital gedeckt. Auch das Verhältnis der Anzahl Rentner zur Anzahl aktiver Versicherter ist eine wichtige Kennzahl. Eine hohe Anzahl aktiv Versicherter hilft der Pensionskasse, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Unterschiede zwischen den Pensionskassen bestehen auch in der Höhe des versicherten Lohnes. Obligatorisch versichert werden Löhne ab 21 330 Fr. bis 85 320 Fr. (2019, Bruttolohn abzüglich Koordinationsabzug). Höhere versicherte Löhne führen zu überobligatorischen Leistungen. In manchen Fällen wir der Bruttolohn – ohne Koordinationsabzug – versichert, was ebenfalls zu einem Über­obligatorium führt.
Vom versicherten Lohn werden die Sparbeiträge erhoben. Das Gesetz schreibt Mindestsparbeiträge vor. Höhere Sparbeiträge verbessern die Leistungen in der Pension. Dabei gilt, dass der Arbeitgeber mindestens 50 Prozent der gesamten Beiträge leisten muss.

Beat Welten; 4.1.2019; Luzerner Zeitung 

 

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