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Tiefe Zinsen und steigende Lebenserwartung führen dazu, dass Pensionskassen die Rentenversprechen nicht mehr einhalten können. Da alle involvierten Parteien das aktuelle Rentenniveau sichern und die Quersubventionierung von jung zu alt stoppen wollen, gibt es weiterhin nur eine Möglichkeit, um die zweite Säule zu reformieren, da die Erhöhung des Rentenalters ein politisches Tabu bleibt. Der Umwandlungssatz muss gesenkt und die dadurch entstandenen Rentenausfälle müssen aufgefangen werden. Es ist höchste Zeit, dass sich die Jungen dagegen wehren.

 

 

Bereits im letzten Dezember, gut drei Monate nach der Ablehnung der «Altersvorsorge 2020», hat Sozialminister Alain Berset über die nächste Reform der Altersvorsorge gesprochen. Nun ist klar: Die berufliche Vorsorge und die AHV sollen separat reformiert werden. Lesen Sie nachfolgend, weshalb trotzdem eine Verbindung zwischen den zwei Paketen bestehen wird und wie der Umwandlungssatz mit der Teuerung zusammenhängt.

Der aktuelle Umwandlungssatz berücksichtigt die Alterung der Bevölkerung nicht. Der Umwandlungssatz ist mit 6.8 % zu hoch angesetzt. Dies führt dazu, dass den künftigen Rentnern aktuell mehr verteilt wird, als sie selbst angespart haben. Damit fliesst ständig Geld von den aktiven Beitragszahlenden zu den neuen Rentner/-innen. Diese Umverteilung gefährdet die Stabilität der Kassen und geht zulasten der kommenden Generationen. Aus diesen Gründen muss der Umwandlungssatz so schnell wie möglich gekürzt werden, denn je länger zugewartet wird, desto teurer wird es. Lesen Sie im nachfolgenden Artikel mehr zu dieser Herausforderung.

Nach der Ablehnung der «Altersvorsorge 2020» werden die ersten Grundzüge einer neuen Reform erkenntlich. Wie bereits bei vergangenen gescheiterten Reformversuchen, z.B. der 11. AHV-Revision im Mai 2004 und der Senkung des Umwandlungssatzes im BVG im März 2010, sollen nun AHV und BVG getrennt reformiert werden. Wie der folgende Artikel zeigt, gibt es sowohl in der 1. als auch der 2. Säule Reformbedarf – wobei der Handlungsdruck in der 2. Säule vom Rentenexperten Martin Eling jedoch grösser eingeschätzt wird.

In seinem Kommentar vom Mittwoch zeigte Bundheshausredaktor Markus Brotschi auf, dass einzelne Kompensationsmassnahmen, wie etwa die von den Gewerkschaften vorgeschlagene AHV-Erhöhung, nicht langfristig, beziehungsweise ganzheitlich genug an die Problematik herangehen. Die gegenwärtige Problematik des Schweizer Altersvorsorgesystems gründet nebst der schwierigen Situation auf dem Kapitalmarkt darin, dass das Verhältnis von aktiv Versicherten pro Rentner zukünftig abnehmen wird.
Unlängst haben die Pensionskasse der Credit Suisse und die BVK Kürzungen von Altersleistungen angekündigt. Dass die Versicherten solchen Entscheiden kritisch gegenüber stehen liegt nahe. Umso wichtiger ist es, nachvollziehbar zu machen, woher diese Entscheide rühmen und dass sie letztlich ein langfristiges Sichern des Rentensystems bedeuten. Die Vorsorgeeinrichtungen stehen zurzeit stark unter Druck. Das Anlageumfeld mit ultraniedrigen Zinsen macht es immer schwieriger, verlässliche Renditen zu erzielen und bedingt daher Anpassungen an die Realität des Marktes.
Vor zwei Tagen schrieb der Tagesanzeiger über eine neulich veröffentlichte Studie des UBS Vorsorge Forums. Die Reformvorschläge von Bundes- und Ständerat wurden verglichen und man schloss, dass das Reformpaket «Altersvorsorge 2020» die Renten nur für wenige Jahre sichern werde. Diese Information ist nicht neu, denn das Paket hat lediglich den Anspruch, diese bis ins Jahr 2030 zu sichern. Sie macht aber deutlich, dass gerade für jüngere und zukünftige Generationen die Ablehnung des Reformpakets das grösste Risiko darstellt. Eine Reform ist dringend und darf nicht scheitern.
Der Tages-Anzeiger hat am Montag eine sehr gute Zusammenfassung kompliziert, worum es bei der Form der Altersvorsorge unter dem Namen „Altersvorsorge 2020“ geht. Diese wollen wir unseren Leserinnen und Leser nicht vorenthalten. Sie zeigt, dass alle politischen Akteure Kompromisse eingehen müssen, damit es überhaupt eine Reform geben kann. Weil diese aber unbedingt notwendig und dringend ist, fordert der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP von allen Akteuren, über ihren Schatten zu springen, auf Maximalforderungen zu verzichten und konstruktiv an Lösungen bzw. Kompromissen zu arbeiten. Lesen Sie selbst:
20 Jul 15
mit-uns-fuer-un...
Haben ältere Arbeitnehmende Probleme am Arbeitsmarkt einen neuen Job zu finden? Oder werden sie den existierenden schneller los? Ein Grund dafür sollen höhere Pensionskassenbeiträge sein, die für Arbeitnehmende über 45 Altersjahre abzuführen seien. Dabei müssten laut BVG gar keine höheren Beiträge abgeführt werden, fand der Tages-Anzeiger heraus:
10 Jul 15
mit-uns-fuer-un...
Der Schweizer Bundesrat will die Gewinnmöglichkeiten in der obligatorischen Beruflichen Vorsorge – die so genannte Mindestquote – stärker beschränken. Das trifft vor allem die privaten Versicherer, die für die meisten KMU als Pensionskassen fungieren. Die Branche spricht von einem «Denkfehler», schreibt die Berner Zeitung:

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